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Berufswahlorientierung
In Zeiten eines in seinen Konsequenzen noch nicht
absehbaren wirtschaftlichen Strukturwandels gewinnt die frühzeitige
Auseinandersetzung mit der Berufswahlorientierung für unsere Schülerinnen und
Schüler zunehmend existentielle Bedeutung. Zum einen gilt es, ein möglichst
großes Spektrum der gegebenen Möglichkeiten vorzustellen, des Weiteren müssen
die Anforderungen der Wirtschaft deutlich werden, ebenso auch die Möglichkeiten,
Fähigkeiten und Grenzen der Schülerinnen und Schüler. Die
Clara-Schumann-Gesamtschule hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, mit einer
Vielzahl von Veranstaltungen, Projekten, Praktika und der Einbeziehung außerschulischer
Einrichtungen ihre Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, sich
rechtzeitig und zielgerichtet mit Fragen und Problemen der
Berufswahlvorbereitung zu befassen. Im Folgenden wird die Konzeption für die
Jahrgänge 8 bis 10 kurz skizziert, wobei zu beachten ist, dass diese Struktur
keineswegs als statisches Modell verstanden werden darf, sondern einem
permanenten Optimierungsprozess unterliegt und somit nur den gegenwärtig
en Entwicklungsstand anzeigt. Jahrgang
8 Zu Beginn des 8.
Schuljahres findet für das Klassenlehrerteam eine einführende Konferenz im
Berufsbildungszentrum (BIZ) des
Arbeitsamtes statt, um die Möglichkeiten der Berufsberatung vor Ort kennen zu
lernen. Gemeinsam mit dem Berufsberater und dem Abteilungsleiter wird die
Abfolge der Jahrgangsvorhaben geplant und festgelegt. Dies hat für den
aktuellen Jahrgang 8 zu folgender Struktur geführt: Februar: erster Kontakt Schüler
und Schülerinnen – Berufsberater. Individuell und interaktiv werden unter
Nutzung des Multimedia-Angebotes des Arbeitsamtes Interessen, Stärken, aber
auch Schwächen erarbeitet. April: Durchführung einer gemeinsamen
Unterrichtseinheit zur Vorbereitung des Kontaktikums (s.u.). Mai:
Informationsveranstaltung mit den Eltern und der Gleichstellungsbeauftragten der
Stadt Kreuztal im BIZ: Auch die Schülerinnen und Schüler lernen das Angebot
des BIZ kennen und nutzen. Schülergruppe
im BIZ Juni:
Projekttag zur Vorbereitung des Kontaktikums: Die Schüler erarbeiten
Lebensplanungen und sollen „typisches“ Rollenverhalten hinterfragen, um auf
diese Weise für geschlechtsspezifische Benachteiligungen sensibilisiert zu
werden. Juni: Durchführung des Kontaktikums als Tagespraktikum in
geschlechtsuntypischen Berufen in enger Zusammenarbeit mit der
Gleichstellungsstelle der Stadt Kreuztal. Die Mädchen schnuppern in Handwerks-
und industrielle Berufe, aber auch in den zukunftsträchtigen IT-Bereich hinein,
während die Jungen Einblicke erhalten in Kindergärten, Arztpraxen und
Pflegeeinrichtungen. Insbesondere den Mädchen mit Haupt und
Fachoberschulabschluss soll damit eine Ausweitung ihres Berufswahlspektrums
vermittelt werden, denn alle Erfahrungen zeigen, dass sie deutlich schlechtere
Startchancen als Jungen haben. Das Kontaktikum wird ganz maßgeblich von der
Gleichstellungsstelle der Stadt Kreuztal mitbegleitet, die auch die Kontakte zu
den Betrieben herstellt und pflegt sowie eine detaillierte Auswertung betreibt. Jahrgang
9 Im Jahrgang 9
steht das dreiwöchige Betriebspraktikum im Zentrum der Berufswahlvorbereitung.
Aus pädagogischen Gründen ist es uns wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler
sich selbst um ihre Praktikumsplätze bemühen, wird ihnen so doch bereits eine
erste Bewerbungshürde gestellt, die sie nehmen müssen. Als Zweites bereiten
wir in Klasse 9 die Schülerinnen und Schüler gezielt auf die bevorstehenden
Einstellungstests vor. Gegen Ende des Schuljahresschreibt der komplette Jahrgang
einen an die gängigen Standards der Wirtschaft angelehnten Test, der
detailliert ausgewertet wird, so dass die Schülerinnen und Schüler ihre Stärken
und Schwächen erkennen und bei Letzteren versuchen können, noch etwas zu
verbessern. Somit bekommen sie eine realistische Vorstellung von dem, was sie können
bzw. noch sich erarbeiten müssen. Im Unterricht werden die Bereiche verstärkt
aufgegriffen und wiederholt; insbesondere der Mathematik und Deutschunterricht
sind daran beteiligt. Mit Beginn des 9. Schuljahrs findet in der Schule eine
monatliche Sprechstunde des Berufsberaters statt, die von den Schülerinnen und
Schülern auch intensiv genutzt wird. Außerdem ist er auch an den
Elternsprechtagen während der gesamten Zeit anwesend und steht Schülern und
Eltern ohne Anmeldung für erste Kontaktgespräche zur Verfügung. Im zweiten
Halbjahr informiert er die Klassen über die Ausbildungssituation im hiesigen
Raum und gibt wertvolle Tipps zum
Stellenmarkt. Betriebserkundungen und die Teilnahme an
den Tagen der Offenen Tür heimischer Betriebe runden die Aktivitäten im
Jahrgang 9 ab; nicht zu vergessen ist ein Tagespraktikum der „WahlpflichtIIHandwerker“
im Ausbildungszentrum für Bauberufe in KreuztalFellinghausen. Jahrgang
10 Im letzten Jahr
der Sekundarstufe I, in der Klasse 10, wird es dann ernst. Neben konkreten
Hilfen bei Bewerbungen stellt der Berufsberater die schulischen Möglichkeiten
der Berufskollegs vor. Hier eröffnen sich zahlreiche
Weiterqualifizierungschancen für Schüler, die keinen Ausbildungsplatz gefunden
haben oder aber auch ihren Schulabschluss weiter verbessern wollen. Sie können
zudem am Tag der Offenen Tür eines Berufskollegs ihrer Wahl teilnehmen, um sich
dort noch gezielter zu informieren. Der Informatikraum wird zunehmend auch zur
Stellenbörse, Bewerbungsunterlagen speichern die Schüler auf Diskette, um sie
so für neue Stellenangebote wieder zur Hand zu haben und je nach Bedarf ohne
großen Aufwand anpassen zu können. Und wenn dann die Zeit der Entlassfeier
gekommen ist, werden erfahrungsgemäß wieder viele Schüler, die sich intensiv
und zielgerichtet um einen Ausbildungsplatz bemüht haben, bereits wissen, wo
sie ihren neuen Lebensabschnitt beginnen werden. Das WP IIAngebot Ab dem 9. Jahrgang entscheiden sich Schüler und Schülerinnen je nach
Neigung und Interessenlage für ein weiteres Wahlpflichtfach, das als Nebenfach
gilt. Ab dem Schuljahr 2001/02 ist das WP IIAngebot stark berufswahlorientiert.
Vor allem Schüler und Schülerinnen, die den Hauptschulabschluss anstreben,
sind in praxisnahen Kursen gut aufgehoben wie im Grundkurs Handwerk (Holz
und Metallverarbeitung), Hauswirtschaft (ernährungswissenschaftliche und
hauswirtschaftliche Inhalte) und Naturwissenschaftliche Phänomene (phänomenologische
Betrachtungen aus Schule und Alltag, praktischer Umgang mit ITBauteilen). Für
sportlichmusikalisch interessierte Jugendliche wird der Kurs Musik und
Bewegung angeboten. Die Kurse Informationstechnik im Büro (PCSchule,
Office), Künstlerischkreatives Gestalten (grafische Gestaltung und
Design, modellieren, bauen, schneidern) sowie Gesundheit, Erziehung und
Pflege (Kontakte zu Kranken und Altenpflege, Kinder und Jugendarbeit,
soziale Beratungsstellen) bereiten ebenso auf entsprechende Berufsbereiche vor
und gewähren Einblicke in die Arbeitswelt. Dieses Kursangebot richtet sich
besonders an Schüler und Schülerinnen mit prognostiziertem
Fachoberschulabschluss. Wer die Fachoberschulreife mit Qualifikation für den
Besuch der gymnasialen Oberstufe anstrebt, kann in dem Kurs Acting and
Speaking English seine englische Sprachkompetenz ausbauen. Das Fach Latein bietet die Möglichkeit die zweite bzw. dritte Fremdsprache zu erlernen.
Clara-Schumann-Gesamtschule verschieden aber miteinander