Clara-Schumann-Gesamtschule Kreuztal  verschieden aber miteinander

Wenn Theorie lebendig wird: heilige Räume erleben und Kulturen miteinander verbinden.

 

Was macht eine große katholische Kirche aus? Und wie sieht eine große Moschee aus? Diesen Fragen ging der Religionskurs des Jahrgangs 12 der Clara-Schumann Gesamtschule Kreuztal bei einer Exkursion in Köln nach. Auf dem Programm standen eine Führung durch die DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld sowie durch den Kölner Petrus-Dom.

Vorher hatten die Schüler im Religionsunterricht unterschiedliche Aspekte des Neben- und Miteinanders der verschiedenen Religionen in unserer Gesellschaft erörtert. Unter anderem erkundeten sie die katholische St. Johannes-Kirche am Dörnberg in Kreuztal als Beispiel für christlichen Sakralbau in ihrer unmittelbaren Umgebung.

In Köln ging es zuerst zur neu erbauten Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld – dieser im Vergleich zum ehrwürdigen Kölner Dom so viel modernere Bau öffnete den Kreuztaler Schülern seine Pforten. Sie wurden durch Bau mit seiner beeindruckenden Architektur von einem Vertreter der Moscheegemeinde geführt. Sie erlebten dabei  von der Ausstattung bis zu den riesigen Dimensionen des Kuppelbaus einen ganz auf die Repräsentation und die Anbetung des Heiligen einer anderen Religion, des Islam, ausgerichteten modernen Sakralbau. Besonders schön fanden die Schüler den riesigen, weichen Gebetsteppich, der die gesamte lichtdurchflutete Moschee durchzieht: „Diesen Teppich möchte ich in meinem Zimmer haben. Der ist so weich!“, schwärmte eine Schülerin. Zum Abschluss der Führung sang ein muslimischer Theologe für die Schüler des Religionskurses einige Suren aus dem Koran. Das Zusammenspiel von Raumakustik und menschlicher Stimme ließ niemanden unberührt.

Der geschichtsträchtige Kölner Dom schließlich präsentierte sich dem Kurs als stark touristischer Ort, wo man allerdings noch in den Seitenschiffen Ruhebereiche finden konnte. „Eigentlich müssten wir hier auch die Schuhe ausziehen“, kommentierte ein Schüler, der wie alle anderen auch sofort das rege Treiben der Besucher als einen der vielen Unterschiede zwischen der Moschee und dem Dom wahrnahm. Im Rahmen einer sehr informativen Führung wurden der Drei-Königs-Schrein, der Marienaltar und das Kreuz im gegenüberliegenden Seitenschiff erklärt. Natürlich durfte auch das berühmte Richter-Fenster nicht fehlen, dessen Farben aus den übrigen Fensterbildern entnommen und als kleine Farbquadrate neu arrangiert worden waren. Angesichts der viel größeren Dimensionen des Kölner Petrus-Doms im Vergleich zu den Kirchen in Kreuztal erlebten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeiten des Kirchenraums auf eine ganz neue Weise.

Mit einem kurzen Aufenthalt in der Innenstadt und am Rhein ließen die Schüler unter der Leitung des Religionslehrers Johannes Weisgerber und der Jahrgangsstufenleiterin Bettina Meister diesen lehrreichen Tagesausflug ausklingen. „Das ist doch mal etwas ganz anderes, als wenn man nur Fotos über heilige Räume in einem Religionsbuch anschaut“, meinte ein Schüler. Und fügte hinzu: „Irgendwie passte der Tag perfekt zu unserem Schulmotto ´verschieden aber miteinander´!“